Zum Inhalt
Wetter Köln

Hochwasser Köln: Pegelstände, Schutz und Geschichte

Hochwasser Köln: Der Kölner Pegel steht um 16:30 Uhr bei 44 cm. Das liegt unter 4,50 m, dem Stand, ab dem nach Angaben der Stadtentwässerungsbetriebe Köln erste Wege am Ufer überschwemmt werden.

Pegeldaten: WSV, PEGELONLINE (Rohdaten, ungeprüft), Messung . Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero – 2.0.

Was passiert bei welchem Pegel?

Köln schützt sich mit festen Mauern, Deichen, mobilen Wänden, Toren und Pumpwerken, die je nach Wasserstand gestaffelt in Betrieb gehen. Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) nennen dafür folgende Pegelstände:

Quellen: Stadtentwässerungsbetriebe Köln (Hochwasserschutz, Verhalten im Ernstfall); Rheinschifffahrtpolizeiverordnung § 10.01 für die Marken.
Kölner PegelMaßnahme oder FolgeJetzt
4,50 mErste Fuß- und Radwege vor der Hochwasserschutzlinie werden überschwemmt.noch 4,06 m
5,70 mAb etwa hier müssen mobile Schutzwände aufgebaut werden.noch 5,26 m
6,20 mHochwassermarke I: Beschränkungen für die Schifffahrtnoch 5,76 m
6,80 mDas Hubtor in Rodenkirchen wird geschlossen.noch 6,36 m
8,30 mHochwassermarke II: Schifffahrt verbotennoch 7,86 m
8,60 mErste Zugänge in der Hochwasserschutzmauer der Altstadt (Rheingarten) sind mit mobilen Elementen geschlossen.noch 8,16 m
8,80 mDie mobile Hochwasserschutzwand auf dem Marktplatz in Porz-Zündorf muss stehen.noch 8,36 m
10,00 mDie Tore der festen Hochwasserschutzwand am Kennedy-Ufer in Deutz sind geschlossen.noch 9,56 m

Die StEB raten, sich ab einem Pegel von etwa 5,70 m regelmäßig über die aktuelle Lage und die Vorhersagen zu informieren. Bei Wasserständen, für die der technische Hochwasserschutz nicht mehr ausreicht, warnt die Stadt in den betroffenen Gebieten mit Sirenen und Lautsprecherdurchsagen.

Die großen Hochwasser in Köln

Hochwasser gehört zur Geschichte der Stadt. Die Chronik der Stadtentwässerungsbetriebe reicht bis ins Jahr 1342 zurück; die Werte beziehen sich auf den Kölner Pegel.

Auswahl aus der Hochwasserchronik der Stadtentwässerungsbetriebe Köln.
DatumKölner PegelEreignis
25.07.134211,52 mMagdalenenhochwasser, schwerstes Sommerhochwasser in Köln
28.02.178413,55 mEishochwasser, historischer Höchststand
29.11.188210,53 mSchwerstes Hochwasser des 19. Jahrhunderts
16.01.192010,59 mHöchster Stand seit 1784; erste Hochwasserschutzzentrale
01.01.192610,70 mNeujahrshochwasser, fünf Tage auf diesem Stand
02.01.194810,42 mTrümmer zerstörter Brücken stauen das Wasser
29.05.19839,96 mAltstadt, Teile von Rodenkirchen, Zündorf, Worringen und Poll überschwemmt
29.03.19889,95 mErster Einsatz der mobilen Schutzwand
24.12.199310,63 mWeihnachtshochwasser, Schutzwand überspült
30.01.199510,69 mRund 1.740 Hektar überflutet, 33.000 Menschen betroffen
11.01.20118,91 mErster Ernstfall für die 2008 fertiggestellten Schutzanlagen
29.12.20127,83 mOberirdische Maßnahmen vorsorglich aufgebaut
05.06.20137,65 mStarke Niederschläge bei hoher Bodenfeuchte

Die beiden „Jahrhunderthochwasser“ 1993 und 1995 führten zu einem neuen Hochwasserschutzkonzept, das die StEB bis 2008 umgesetzt haben. Beim Hochwasser im Januar 2011 mit 8,91 m kamen die neuen Anlagen zum ersten Mal im Ernstfall zum Einsatz: Rund 1,3 Kilometer mobile Wände wurden aufgebaut und 21 Pumpwerke waren in Betrieb. PEGELONLINE führt als höchsten Hochwasserstand 1.069 cm (1926); die Chronik der StEB nennt für den 1. Januar 1926 10,70 m.

Wie entsteht ein Hochwasser in Köln?

Die Chronik der Stadtentwässerungsbetriebe nennt immer wieder dieselben Zutaten. 1920 lösten heftige Regenfälle zusammen mit der Schneeschmelze in den Mittelgebirgen das Hochwasser aus. 1983 trafen starke Regenfälle in den Mittelgebirgen auf Tauwasser aus den Alpen, und die Böden im Einzugsgebiet waren vollständig mit Wasser gesättigt. 1995 kamen Regen, Tauwetter und hohe Zuflüsse aus Mosel und Sieg zusammen; der Pegel stieg zeitweise um 21 Zentimeter pro Stunde. 1784 schließlich türmten sich nach einem eisreichen Winter riesige Eisstaue auf. Ein einzelner Gewitterregen über der Stadt reicht dagegen nicht für ein Rheinhochwasser, er kann aber Keller und Straßen überfluten.

Umgekehrt kann der Pegel auch bei trockenem Wetter in Köln noch tagelang steigen, weil die Welle von weit flussaufwärts erst ankommen muss.

Retentionsräume: Platz für den Rhein

Neben Mauern und mobilen Wänden setzt Köln auf Flächen, die bei Hochwasser gezielt geflutet werden. Der gesteuerte Retentionsraum Köln-Porz-Langel/Niederkassel-Lülsdorf ist seit 2009 in Betrieb: Auf rund 160 Hektar kann er bis zu fünf Millionen Kubikmeter Rheinwasser zwischenspeichern. Ein weiterer Retentionsraum entsteht nach Angaben der StEB bei Köln-Worringen. Solche Flächen können die Spitze einer Hochwasserwelle senken oder verzögern und damit Zeit für Schutzmaßnahmen gewinnen.

Wo gibt es die Hochwasservorhersage?

Wir zeigen nur gemessene Werte. Vorhersagen für den Kölner Pegel veröffentlichen die Stadtentwässerungsbetriebe Köln auf ihrer Website und am Hochwassertelefon 0221 221-26161; für die Schifffahrt stellt die WSV Vorhersagen über ELWIS bereit. Amtliche Warnungen der Stadt kommen außerdem über die Warn-App NINA. Bei Stromausfall empfehlen die StEB ein batteriebetriebenes Radio, in Köln etwa Radio Köln auf UKW 107,1 MHz.

Was tun bei Hochwasser?

Die StEB empfehlen, Fahrzeuge rechtzeitig aus gefährdeten Bereichen zu bringen, Heizöl, Farben und Chemikalien aus Kellern und Garagen zu entfernen und für kranke oder pflegebedürftige Menschen frühzeitig eine Unterbringung zu organisieren. Für einige Tage sollten Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Medikamente und ein geladenes Telefon bereitstehen. Ob die eigene Wohnung in einem gefährdeten Bereich liegt, zeigen die Hochwassergefahrenkarten, auf die die StEB verweisen. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 110 oder 112.

Regen und Rheinpegel

Ein Hochwasser in Köln entsteht selten durch Regen über der Stadt allein. Entscheidend sind große Niederschlagsmengen und Schneeschmelze im gesamten Einzugsgebiet, von den Alpen über Neckar, Main und Mosel bis zur Sieg. Den aktuellen Stand und den Verlauf der letzten 30 Tage zeigt der Rheinpegel Köln, die Welle flussaufwärts die Übersicht Pegelstände am Rhein. Warnungen des DWD vor Dauer- und Starkregen stehen unter Unwetterwarnungen Köln.

Diese Seite ersetzt keine amtliche Hochwasserinformation. Maßgeblich sind die Stadt Köln, die Stadtentwässerungsbetriebe und die Anweisungen der Einsatzkräfte.

Häufige Fragen

Ab welchem Pegel ist Hochwasser in Köln?

Ab 4,50 m am Kölner Pegel werden laut den Stadtentwässerungsbetrieben erste Fuß- und Radwege vor der Schutzlinie überschwemmt. Ab etwa 5,70 m werden mobile Schutzwände aufgebaut.

Wie hoch war das höchste Hochwasser in Köln?

Das Eishochwasser vom 28. Februar 1784 erreichte laut der Chronik der StEB 13,55 m. Im 20. Jahrhundert lagen die höchsten Stände 1926 (10,70 m) und 1995 (10,69 m).

Wo bekomme ich die Hochwasserprognose für Köln?

Bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (Website und Hochwassertelefon 0221 221-26161) und für die Schifffahrt bei ELWIS.

Wann wird das Hubtor in Rodenkirchen geschlossen?

Bei 6,80 m am Kölner Pegel, laut den Stadtentwässerungsbetrieben Köln.